„Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt.“

 

Irgendwie wie zu Hause!

Egal, wo ich bisher auf der Welt unterwegs war, die Insel Wangerooge ist mein kleiner Rückzugsort. Irgendwie wie zu Hause fühlt es sich an, wenn ich in Harlesiel auf die Fähre steige. Direkt Entspannung. Direkt Durchatmen. Direkt Wohlfühlen. Wangerooge ist eine kleine Insel im niedersächsischen Wattenmeer. Nur knapp fünf Quadratkilometer groß, drei Meter über Normalnull, autofrei. Als Kind verbringe ich meinen ersten Urlaub dort. Fotos sind meine einzige Erinnerung an diese Zeit. Ich war wohl noch zu jung, um mich nun an den Sand, das Wasser und das Geschrei der Möwen erinnen zu können. Mittlerweile ist ein Besuch des Eilandes ein Mal im Jahr ein Muss! Wangerooge ist zu jeder Jahreszeit schön.
Im Dezember 2010 besuche ich Wangerooge erneut und dieses Mal kann ich mich auch noch an die Eindrücke erinnen: Es ist kalt, die Insel scheint wie eingefroren. Der Sand ist weiß, weißer als im Sommer und auf dem Meer schwimmen Eisplatten, die an den Strand angeschwemmt werden und dort zur Ruhe kommen. Es ist kalt und es ist still. Um diese Jahreszeit, abgesehen vom Jahreswechsel, ist die Insel ein fabelhafter Ort der Ruhe und des Durchatmens. Perfekt dazu: eine Tasse Kaffee oder Tee und ein Stück Kuchen im Café Pudding mit Blick auf das Meer und den Badestrand. Direkt Entspannung. Direkt Durchatmen. Direkt Wohlfühlen.

Wangerooge – Was macht Dich so speziell?

Ich denke, jede der sieben ostfriesischen Inseln hat zahlreiche Liebhaber. Und es ist nicht so, dass ich noch nie die anderen Inseln, die westlich von Wangerooge liegen, besucht habe. Viele eben als Kind oder als Schulkind. Da kann ich mich noch immer an meine erste Klassenfahrt erinnen. Juist war das Ziel. Eine schöne Zeit, anders und eben nicht mit Wangerooge zu vergleichen. Wieso? Strand, Meer, Wind und Wellen gibt es auch auf Juist, aber den „Wangerooge-Zauber“ finde ich dort nicht. Vielleicht ist es auch nur das Gefühl, welches ich mit dem Eiland verbinde, das mich so verzaubert.
Ich mag die Inselbahn, eine Schmalspurbahn, die mit maximal 20 km/h den Bahnhof „Wangerooge“ ansteuert oder seine Passagiere zum Fähranleger bringt, möchte oder muss man die Insel wieder verlassen. „Kehre wieder“ heißt es dann. Ich mag den Alten Leuchtturm, erbaut im Jahr 1856. Abgelöst wird er durch den neuen Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer 1969 den Betrieb aufnimmt und noch heute die Schifffahrt sicher leitet. Ich mag die langen Spaziergänge. Entweder geht man in den Westen der Insel. Dort steht der Westturm, der heute als Jugendherberge genutzt wird. Bei einem Spaziergang in den östlichen Teil der Insel konnte man bis 2013 noch die Ostbake besuchen, die leider abgerissen werden musste.

Kehre wieder!

Genug Fakten, zurück zum Gefühl. Ich war und bin ein Nordsee-Kind. Mag Leuchttürme, mag Ebbe und Flut, kann stundenlang Schiffe in der Ferne beobachten und mag die Insel am liebsten bei „Wind und Wetter“. Sicherlich habe ich in den vergangenen acht Jahren schon fast jeden Winkel Wangerooges gesehen, habe Sonnenschein, Schnee und auch zwei Sturmfluten auf der Insel miterlebt. Dennoch kommt keine Langeweile auf. Wangerooge dient meiner Erholung. Nicht nur der körperlichen, sondern vor allem der geistigen Erholung. Macht wieder frisch im Kopf. Aber eins fehlt noch: ein Rundflug über die Insel. Wangerooge und einen Teil des Weltnaturerbes Wattenmeer von oben sehen, das fehlt. Das muss noch kommen! Vielleicht bei meinem nächsten Besuch, denn ich „kehre wieder“.